Die Häutung
Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, da hier mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Der Wichtigste ist die Wachstumsgeschwindigkeit der Schlange. Diese wiederum hängt hauptsächlich von der Fütterung ab.
Auf den Punkt gebracht heißt das, je intensiver Sie füttern, desto schneller wird ihre Riesenschlange wieder in die Häutung kommen. Auch das Alter des Tieres spielt eine Rolle. Je jünger die Schlange, umso kürzer ist in der Regel der Zeitabstand zwischen zwei Häutungen.
Durch das hohe Wachstumspotenzial der Schlangenbabys können sich diese bei intensiver Fütterung (die man in so einer Weise nicht praktizieren sollte) bis zu 8 x im Jahr häuten.
Auslöser der Häutung und
Erkennungsmerkmale
Schlangen
wachsen bis an ihr Lebensende. In jungen Jahren bei guter Fütterung sehr
schnell, im Alter nur noch langsam. Wenn dem Tier das alte Schuppenkleid zu
klein geworden ist, bildet sich unter der äußeren Hautschicht ein neues.
In dieser Zeit sind die
Boas ruhebedürftig und reizbar. Auch gehen sie in der Regel nicht mehr ans
Futter.
Die Farben unserer
Schützlinge verblassen, die Schuppen werden grau und die Augen milchig trübe.
Der Grund dafür ist Körperflüssigkeit, die sich zwischen der obersten
Hautschicht und der neu entstandenen darunter bildet.
Dieser "Wasserfilm"
erleichtert das Abstreifen des alten Schuppenkleides.
Kurz
bevor sich die Schlange häutet, erscheint sie wieder fast wieder so
farbenprächtig wie immer. Dies ist ein untrügliches Zeichen, dass es nicht mehr
lange dauert, bis Sie wieder eine "neue Schlange" haben.
Wie geht die Häutung vor sich?
Unsere Boa weiß sehr
genau, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Dann drückt und wetzt sie ihre
Schnauze an einem rauen Gegenstand, so dass die alte Haut an Unterlippe und Nase
aufplatzt. Anschließend sorgt das Tier durch geschicktes Reiben an Ästen,
Steinen oder anderen geeigneten Objekten im Terrarium dafür, dass sie aus dem zu
klein gewordenen Schuppenkleid herauskriechen kann.
Im Normalfall sieht die abgestreifte Schlangenhaut aus wie ein zusammen geschobener Damenstrumpf. Sogar Augenschilder und die Kloakenöffnung sollten noch zu erkennen sein.
Häutungsprobleme
Leider
geht dieser Vorgang nicht immer problemlos vonstatten. Wenn die Schlange krank
ist, zu trocken gehalten wurde oder Hautverletzungen hat, kann es zu
Schwierigkeiten kommen: Das Tier häutet sich in Fetzen, d. h. an größeren
Flächen löst sich die alte Haut nicht ab. Meistens sind hier Kopf (insbesondere
Augenschilder), Kloake und Schwanzspitze betroffen.
Diese Häutungsreste
müssen unverzüglich entfernt werden, da sie zu Durchblutungsstörungen führen
können. Viele Jungtiere haben schon ihre Schwanzspitze verloren, weil durch
mehrere unvollständige Häutungen die Blutzufuhr in dieser Region unterbrochen
wurde und das Gewebe abgestorben ist.
Auch der Hemipenis, der
teilweise mitgehäutet wird, kann betroffen sein.
Des
weiteren besteht durch abgestorbene Hautreste eine erhöhte Gefahr von
bakteriellen- und Pilzinfektionen an den betroffenen Schuppen.
Noch ein wichtiger
Hinweis:
Verzichten Sie darauf, Ihre Abgottschlange zu füttern, wenn sie in der Häutung
ist.
Die durch
den Verdauungsprozess gebundenen Flüssigkeitsmengen fehlen der Schlange und
können zu katastrophalen Ergebnissen bei der Häutung führen.
Maßnahmen
bei schlechter Häutung
Zunächst
einmal sind die Haltungsbedingungen zu überprüfen. Boa constrictor
benötigt eine Luftfeuchtigkeit von etwa siebzig Prozent. Liegen die Werte
dauernd darunter, treten Häutungsprobleme und sogar Exsikkosen (Austrockung)
auf.
Das bewährteste Mittel,
unserer Boa aus der Misere zu helfen, ist neben Änderung der Haltungsbedingungen
ein ausgedehntes Bad in handwarmen Wasser.
Zu diesem Zweck kommt
die Schlange für mehrere Stunden in ein Wasserbecken, das mit einem Gitterrahmen
abgedeckt wird.
Bei Jungtieren ist
jedoch Vorsicht geboten, denn bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie sich durch
das Zwangsbad zu sehr aufregen und ertrinken.
Meistens lösen sich im
Wasser die alten Hautfetzen von selbst oder können nachher mit einer Pinzette
abgezogen werden.
Größte
Vorsicht ist bei den Augenschildern geboten. In diesem Bereich sollten Sie nur
zur Pinzette greifen, wenn Sie es sich wirklich zutrauen. Ansonsten ist der Gang
zu einem erfahrenen Schlangenhalter oder Tierarzt angesagt.
Oft ist es schwer zu
beurteilen, ob noch Häutungsreste über den Augenschilder sind.
Hier gilt der Grundsatz: Im Zweifelsfalle die nächste Häutung
abwarten!
Es ist
wiederholt vorgekommen, dass Abgottschlangen ein Auge verloren haben, weil ihnen
ihr übereifriger Halter ein gesundes Augenschild mit der Pinzette abgezogen hat!
Bei stark
ausgetrockneten Tieren sollten schon bei Beginn der Häutungsphase tägliche
subkutane Injektionen mit Kochsalzlösung erfolgen.
Hierbei kann eine
Flüssigkeitsmenge verabreicht werden, die bis zu vier Prozent des
Körpergewichtes der Schlange entspricht. Dies ist natürlich die oberste Grenze,
im Normalfall wird ein Prozent (also bei einer hundert Gramm schweren Boa 1 ml)
vollauf genügen.
In der
Regel ist für diese Maßnahme der Tierarzt zuständig. Sie sollten es nur selbst
machen, wenn Sie über genügend Erfahrung darin verfügen.
Viele
Schlangenhalter besprühen ihre Pfleglinge in der Häutungsphase mit warmen
Wasser. Wir mussten die Erfahrung machen, dass sich einige Tiere dabei trotz
einer Lufttemperatur von knapp 30 Grad Celsius im Terrarium erkältet haben.
Besser ist es also, die Pflanzen oder den Bodengrund anzusprühen, um so die Luftfeuchtigkeit allgemein zu erhöhen.