Boa c. imperator -

 

Hog Island Boas

...in der Natur schon ausgestorben?

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Von Cayo de los Cochinos, einer Insel vor der Küste von Honduras wurde 1988 erstmals eine bisher unbekannte Farbvariante von Boa c. imperator nach Deutschland importiert.  

Diese Tiere, die so genannten Hog Island Boas (Hog Island ist der Spitzname von Cayo de los Cochinos) sind eine natürlich vorkommenden hypomelanistische (=Mangel an schwarzen Pigmenten) Form.
Die Grundfärbung reicht von einem milchigen Weiß bis zu einem dunklen Graubraun. Einige außergewöhnliche Tier zeigen eine leuchtend orange Farbe.

 

Hog Island Boa, adultes Weibchen

Die Färbung ist je nach Tageszeit orange
oder zitronengelb.

 

Die "Hoggies" wurden häufig von Händlern als "Boa c. sigma" vermarktet. Das ist natürlich nicht richtig. Übrigens ist es sehr zweifelhaft, ob Sigmaboas überhaupt existieren. In neueren Publikationen werden diese Unterart ohnehin nicht mehr erwähnt.

Aber zurück zu den Hoggies: Die Taxonomen stimmen überein, dass es sich bei diesen Tieren nur um eine Inselform von Boa c. imperator handelt.  Wir sind keine Taxonomen und auch keine "Schuppenzähler", aber wir denken dass es schade ist, dass die Hog Island Boas nicht als eigene Unterart anerkannt wurden.

Dieser Umstand hat den Hog Island Boas auf Cayo de los Cochinos wahrscheinlich das Genick gebrochen.  Mehreren Quellen zufolge wurden auf dieser Insel schon seit einigen Jahren keine Boa constrictor mehr gesehen.

 

Wildfang Männchen, importiert in den
frühen 90er Jahren

 

Der Hog Island Boa Boom in den frühen 90er Jahren führte zu einer exzessiven  Ausfuhr dieser Tiere. Dadurch, sowie durch die Zerstörung des natürlichen Habitats und die übliche Tötung von Schlangen durch Einheimische wurde die Anzahl der Boas auf  Cayo de los Cochinos bis zu einem Grad dezimiert, an dem die existierende Population keine Chance für einen längerfristigen Fortbestand mehr hat.  

Wie es scheint, gibt es Hog Island Boas mittlerweile nur noch in der Terrarienhaltung. Hinzu kommt noch, dass die Anzahl der in Gefangenschaft geborenen Exemplare seit Jahren rückläufig ist.

Was die Sache noch schlimmer macht ist, dass Züchter in den USA damit begonnen haben, Hog Island Boas mit hypomelanistischen Mischlingsboas zu verpaaren, um Nachzuchten mit einem interessanteren Aussehen (was man dort so als interessant ansieht) zu erhalten. Es ist eine Schande, dass der erste, der das verbrochen hat von vielen Boa - Fans über dem großen Teich auch noch Applaus für seine züchterische Fehlleistung erntete.

 

Hog Island Boa
(hellorange Variante)

Foto: Christian Wallner

 

Hog Island Boas verändern ihre Färbung. Während sie am Morgen extrem hell and fast ohne erkennbare Zeichnung sind, erscheinen sie am Abend dunkler und kontrastreicher. Die "Hogies" sind eine sehr kleine Boa - Variante. Normalerweise
erreichen die Weibchen höchstens eine Länge von  1.80 m.