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Wichtiger Hinweis:

 

Die Firma M&S Reptilien bietet auf ihrer Internetseite Tarahumara Zwergboas an. Im Rahmen dieses Angebots wird auf unser Buch ("siehe Stöckel S. 21) verwiesen.

Im Zusammenhang mit den angebotenen Tieren distanzieren wir uns ausdrücklich von diesem Hinweis auf die Abbildung in unserem Buch !

 

Ein mahnendes Beispiel...

 

Wer trotz aller Aufklärung in unseren Büchern und bei anderen kompetenten Züchtern und Händlern immer noch der Meinung ist, es wäre eine gute Idee, eine lebende Futterratte über Nacht zur Boa
ins Terrarium zu sperren, der möge sich diese Fotos ansehen.

Die Aufnahmen wurden uns von Frau Anita Preisser zur Verfügung gestellt. Sie ist
Zoofachverkäuferin und wurde von einer jungen Frau, der Besitzerin des Tieres,
um Rat gebeten.

 

Diese Übersichtsaufnahme zeigt die zahlreichen Stellen, an der die
Futterratte die Boa angenagt hat.

Es ist deutlich erkennbar, wie tief
die Wunden reichen

Wie auch Fälle von Verbrennungen zeigen, scheinen Riesenschlangen an der Körperoberfläche nur ein sehr geringes Schmerzempfinden
zu haben.

Boas mit einem sehr geringen Aggressionspotential lassen das Futtertier trotz Störung und Aufdringlichkeit in Ruhe, wenn sie keinen Hunger haben. So kann die Futterratte in aller Ruhe den Spieß umdrehen...

 

Es ist zweifelhaft, ob das Tier das überleben wird. Die Gefahr einer schweren Infektion und der langwierige Heilungsprozess bei so großen Wunden sprechen eher dagegen.

 

Deshalb:

Niemals ein lebendes Futtertier unbeaufsichtigt bei
einer Riesenschlange im Terrarium lassen!

 



Geburt von Boa c. amarali

- Bolivien Variante -

       

Hier eine paar Fotos

Nunmehr ist bewiesen, dass das aberrante Zeichnungsmuster der Mutter genetisch bedingt ist

Die Aufnahmen wurden kurz nach der Geburt gemacht. Man kann sich vorstellen, wie hübsch die Jungen
einmal werden, wenn sie als Neugeborene, wo die meisten Boas eher unscheinbar sind,
schon so großartig aussehen

 

Boa c. amarali

 NZ 03.08.05



 

Boa c. amarali

 NZ 03.08.05


 

Boa c. amarali

 NZ 03.08.05

Boa c. amarali

 NZ 03.08.05

 

 

Boa c. amarali

 NZ 03.08.05

 

Boa c. amarali

aberrant gezeichnete Mutter der Nachzuchten

 

 



 

Geburt von Boa c. sabogae

27.06.05

 

Boa c. sabogae

Wir hatten das Glück, direkt bei der Geburt unserer ersten NZen von Boa c. sabogae dabei zu sein. Die Mutter war weder ängstlich noch aggressiv und ließ uns einige Fotos machen.
Hier sehen wir, wie das Junge den Geburtskanal verläßt

Boa c. sabogae

Um zu verhindern, dass die Jungen zu tief fallen, legten wir die Hand unter. Die Mutter ließ die Jungen in die Hand plumpsen.
 

Boa c. sabogae

Geschafft.

Bei diesen Tieren handelt es sich um  die ersten Nachzuchten von Boa c. sabogae außerhalb von Costa Rica,  deren Reinrassigkeit bewiesen werden kann und deren Herkunft dokumentiert ist. 

Boa c. sabogae

Und so sehen sie später mal aus.

 

 

 



Berichtigung:

Im Zubehörkatalog von M&S Reptilien (Ausgabe 1, 2005) hat sich in unserem Bericht

Boa c. sabogae - Wie viele gibt es in der Terrarienhaltung wirklich?

der Druckfehlerteufel eingeschlichen.

Da heißt es:

In diesem Sinne, und nach bestem Wissen und Gewissen, würde ich behaupten, dass die Abkömmlinge meiner Sabogae weltweit die einzigen Tiere sind die legale Herkunft und Reinrassigkeit nachweisen können. ich würde jeden, der eine gegenteilige Meinung vertritt, auffordern der Herkunft anderer so genannter Sabogae nachzugehen und von seiner Bezugsquelle einen entsprechenden Nachweis bis ins Ursprungsland zu erbringen, so wie ich das jederzeit vorlegen kann.

H + E Stoeckl

Berichtigung:
Diese Aussage haben nicht wir getroffen, sondern sie stammt von

Robert Meidinger
Director
World of Snakes

 

 



 

Neues von der Börse in Hamm

 

Hier ein Email, das wir am 13.09.04 erhalten haben: 

 

Hallo

 Ich habe mal eine frage an Sie. Oder besser gesagt, brauche ich Tipps bei einer Boa c.c.

Ich habe mir am Samstag in Hamm auf der Börse eine Boa c.c. DNZ 07/04 gekauft. Habe sie dann zuhause in ein extra Terrarium gesetzt und erst mal in ruhe gelassen. Heute habe ich dann bemerkt, dass sie irgendwie komisch ist. Sie geht an der Scheibe mit dem Kopf hoch und dann als wenn sie keine Kontrolle über Ihren Körper hat, lässt sie sich so komisch nach hinten fallen. Beim kriechen sieht es so aus, als wenn sie ein bisschen schief wäre oder ist.

Wenn ich sie in der Hand habe, bewegt sie sich ganz komisch, auch wieder als ob sie keine Kontrolle hat. Ans fressen geht sie auch nicht dran.

 Habe keinerlei Chemie (vorsorge gegen Milben oder sonstiges) angewendet. Habe mit dem Verkäufer (Züchter) telefoniert, der meinte dass es dann nur eine Vergiftungserscheinung sein kann. Wenn dies so ist, was kann oder darf ich ihr dann geben? Das Terrarium in dem sie ist, ist aus OSB gebaut das ich mit Ponal Super 3 versiegelt habe. Das Silikon das ich verwendet habe, ist Aquariumsilikon. Als Bodengrung habe ich feine Buchenstreu.

 Wovon sollte dann also eine Vergiftung meinerseits sein?

 Ich hoffe sehr, dass Sie mir da weiterhelfen können.

 Gruß

S.

 

... in allen unseren Büchern warnen wir davor, auf einer Börse ein Tier zu kaufen. Auf unserer Internetseite wettern wir gegen die Börsen. Allmählich fragen wir uns, was wir sonst noch alles tun sollen, damit uns auch der letzte glaubt, dass man auf einer Börse kein Tier kauft.

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Boa constrictor zählt normalerweise nicht zu den Riesenschlangen, die ihre Artgenossen verspeist. Das so etwas trotzdem in
seltenen Fällen vorkommen kann, beweist diese Fotoserie, die uns Markus Bär zur Verfügung gestellt hat.

Es handelt sich dabei um eine Boa c. imperator aus dem Verbreitungsgebiet El Salvador, die zusammen mit einem
Königspython annähernd der selben Größe in einem Terrarium gehalten wurde.

Die Boa hat den Köpy gefressen und (womit aufgrund der Größe zu rechnen war) ein paar Tage später wieder ausgewürgt.

Wir gehen davon aus, dass die Boa aus irgend einem Grund nach dem Köpy schnappte (vielleicht war sie gerade auf
Lauerstellung und der Köpy machte eine schnelle, unvorsichtige Bewegung). Beim Zuschnappen wurde
dann eine Reaktionskette in Gang gesetzt, deren Ablauf sich verselbständigte und die Boa
zum Verspeisen des Köpys veranlasste.

Wir möchten betonen, dass andere Riesenschlangen oder Artgenossen normalerweise nicht in das Beutemuster von
Boa constrictor passen.  Hier handelt es sich um sicherlich um eine seltene Ausnahme. Sie brauchen also normalerweise keine
Angst zu haben, wenn Sie Ihre Boa constrictor vergesellschaften.

Wir bedanken uns bei Markus Bär, dass er uns die Fotos exklusiv zur Verfügung gestellt hat.

Wie alle Fotos auf unserer Seite, unterliegen sie dem Urheberrecht und dürfen nicht kopiert und
anderweitig verwendet werden.

 

Die El Salvador Boa, nachdem sie den
Köpy verspeist hat.

Der im Magen der Boa zusammengefaltete
Köpy ist deutlich zu erkennen.

Hier die Draufsicht

Der Köpy wurde ausgewürgt

Die Magensäure der Boa hatte schon begonnen, den Kopf des Köpys aufzulösen

 



Boa Markt in Deutschland entwickelt sich

immer mehr zur Crime -Scene

Wie wir bereits auf unserer Seite "Mischlingsboas" hingewiesen haben, hat inzwischen sogar der dümmste Züchter von Boa constrictor gemerkt, dass Mischlingsboas nicht mehr an den Mann/die Frau zu bringen sind.

Die Folge davon ist, dass alle Mischlingsboas wie durch ein Wunder über Nacht in der Versenkung verschwunden sind und mittlerweile nur noch "reinrassige Boas" angeboten werden. Dass adulte Mischlingsboas kurzerhand zu Wildfängen erklärt werden, um deren Junge vermarkten zu können, ist beinahe schon gängige Praxis. In so einem Fall soll man nicht nur die Einfuhrpapiere verlangen, sondern auch mit dem Vorbesitzer der Tiere sprechen um herauszubekommen, ob die Papiere zu den angeblichen Wildfängen passen.

Dass die potentiellen Käufer hier oft angelogen werden dass sich die Balken biegen (was die Herkunft der Tiere und die Reinrassigkeit betrifft) hat sich allerdings inzwischen sogar bei den gutgläubigsten Boa Interessenten herumgesprochen.

Eine neue Entwicklung ist aber, dass zum Betrug auch noch die Urkundenfälschung hinzukommt. Dieses Foto einer gefälschten Cites - Bescheinigung erhielten wir von einem Schlangenhalter aus Österreich, der in Deutschland ein Pärchen Mischlingsboas kaufte, die ihm als "Corn Island Boas" angeboten worden waren.

Als Verkaufsargument wurde hier der Spitzenreiter in den Betrugslegenden verwendet: "Die Tiere wurden aus dem Verbreitungsgebiet nach Deutschland geschmuggelt und vom Zoll beschlagnahmt. Daher sind sie reinrassig. Ich habe sie von den Zollbeamten bekommen und verkaufe sie nun."

Diese Story ist nicht neu, wir haben schon oft gehört dass mit dieser Masche die Leute übers Ohr gehauen wurden. Neu ist hier, dass dieses mal die Betrugsstory sogar mit einer gefälschten Cites - Bescheinigung untermauert wurde:

 

     .... übrigens kann der Zoll genauso wenig eine
Cites - Bescheinigung ausstellen wie
das Landwirtschaftsministerium
einen Reisepass.

   Insofern ist diese Fälschung an Dummheit
nicht mehr zu überbieten.

    

.... und hier ist das Original, aus dem die
Fälschung hergestellt wurde
*

(beachten Sie die identische Unterschrift und die identische Form der Kreuze in den Kästchen)

* Wir haben jetzt erfahren, dass es sich bei der unteren Cites - Bescheinigung ebenfalls um eine Fälschung handelt. Dieses Dokument ist bei der entsprechenden Behörde überhaupt nicht ausgestellt worden.

Es ist also so, dass aus einer ohnehin schon gefälschten Cites - Bescheinigung erneut eine Fälschung hergestellt wurde (von einer anderen Person als bei der ersten Fälschung). Soviel zum Thema Ehrlichkeit beim Verkauf von Boas und Verlässlichkeit von Cites - Bescheinigungen ...

 

... bleibt noch zu erwähnen dass die Ermittlungen der Behörden schon im Gange sind.

PS: Der Name des betrügerischen Verkäufers wurde uns nicht mitgeteilt. Anfragen sind also zwecklos.


...  Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass es gängige Praxis in Deutschland ist, Mischlinge als reinrassige Boas zu verkaufen.

Wir wurden kürzlich wieder mit so einem Fall konfrontiert als uns eine Bekannte einen Wurf Hog Island Boas zum Kauf anbot. Bei unseren Recherchen stellte sich heraus, dass sie beim Erwerb der Eltern über´s Ohr gehauen worden war. Man hatte ihr Hog Island/Amarali Mischlinge als reinrassige Hog Island Boas verkauft.

Das Email unserer Bekannten veröffentlichen wir mit ihrem Einverständnis um zu zeigen, dass das Misstrauen beim Boa Kauf gar nicht groß genug sein kann, was die Reinrassigkeit betrifft.

"Ich möchte mich herzlich bei Ihnen bedanken, denn Sie waren es, der den
Irrtum aufgedeckt hat. Allenfalls halten Sie mich jetzt für dumm. Das ist
gemessen an dem Ärger, den die Folgen eingebracht hätten, wenn ich die Tiere
naiv als Hog Islands verkauft hätte und sicherlich auch weiter gezüchtet
hätte, eigentlich zu verschmerzen.

Ich versuche die Tiere jetzt eben als Mischlinge günstiger zu verkaufen und
hoffe auf dennoch verständige Käufer.
Ein 1.0 kommt bereits in wirklich gute Hände. Hoffentlich geht es den
anderen Tieren auch so.
Außerdem mache ich mir natürlich aller größte Vorwürfe, nicht wie Sie
intensiver nachgeforscht zu haben.
Eigentlich darf man einfach nicht vertrauen, sondern muss sich
ausschließlich an Fakten halten, die eben oft sehr mühsehlig zu erfahren
sind.

Für meine anderen Tiere überprüfe ich gerade die Hintergründe sehr genau.
Aus Fehlern lernt man eben.
Herrn *******  habe ich übrigens telefonisch bis heute nicht erreicht und
ihm daher geschrieben. Bin auf die Reaktion gespannt, verspreche mir aber
nicht all zu viel.

Also nochmals vielen Dank und viel Erfolg für Sie!

Gruß
*********

 


 

Boa constrictor - Nutzung durch den Menschen

 

Boa constrictor repräsentiert eine der am meisten ausgebeuteten Reptilienarten.  Dodd (1986, 1987) berichtet über den legalen Import von Schlangen in die USA: 

Danach wurden von 1977 bis 1983 über 113000 lebende Boa constrictor in die USA importiert. Damit ist beinahe jede zweite der vom Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geschützten Schlangen, die in die USA importiert wurden, eine Boa constrictor.  

Der Import von lebenden Boas verminderte sich von 1979 bis 1983 um 97 Prozent (!),  als immer mehr Tiere für die Produktion von Lederwaren (Gürtel, Stiefel, Brieftaschen usw.)  benutzt wurden.

1983 wurden 6572 Boa-Häute, 1714 große Lederartikel wie Aktentaschen und 165843 kleine Lederartikel wie z. B. Schuhe in die USA verbracht.  

Die einzige Riesenschlange, die noch mehr zur Ledergewinnung herangezogen wurde, war der Netzpython (Python reticulatus).  Obwohl Otero de la Espriella (1978) von einem Zuchtprojekt für Boas in Kolumbien berichtet, entstammt der Großteil der Importe aus der natürlichen Population deren gegenwärtiger Status vollkommen unbekannt ist.

 

Diesen Bericht hat uns freundlicherweise C.R. Smith, http://crinaustin.home.att.net zur Verfügung gestellt.
 



 

Einige Fotos von der National Breeders Expo 2002

in Daytona Beach/Florida

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Die Fotos wurden von unserem Freund Joachim Layer, www.big-snake.de gemacht

 

 

 



 

Vorsicht vor Bissverletzungen

im Augenbereich!

 

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Wir haben in unseren Büchern immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, eine Schutzbrille zu tragen, wenn man seine Boa (und auch alle anderen Riesenschlangen) handhabt. 

Diese Email erhielten wir am 20.02.2001:

 

"Hallo,

Ich bin Augenarzt und habe kürzlich einen Patienten behandelt, der von seiner Haustier Boa constrictor angegriffen wurde. Die Schlange biss nach dem Gesicht meines Patienten und erwischte mit ihren Fängen Wange und Augapfel. Nur mit Schwierigkeiten konnte er sich befreien. Er trug eine ernste Augenverletzung davon, aber glücklicherweise konnten wir mit einer Operation sein Augenlicht erhalten. Da dies offenkundig eine unübliche Art ist verletzt zu werden, habe ich vor, einen Artikel darüber zu schreiben und in einem Medizinjournal zu veröffentlichen. 

Ich schreibe Ihnen, um einige Fragen über das Verhalten der Schlange zu stellen. Ist das ein ungewöhnliches Verhalten oder schlagen Boas oft nach der Beute, bevor sie sie zu Tode drücken? Sind alle Boas ungiftig? Schließlich wäre ich noch sehr dankbar, wenn Sie eine Nahaufnahme vom geöffneten Maul einer Boa hätten, um die Fänge darzustellen. Natürlich würde ich Ihre Mitarbeit und die Quelle des Fotos in meinem Bericht erwähnen. 


Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Richard Sheard
Specialist Registrar, Ophthalmology
Southend General Hospital
Leigh on Sea
Essex, UK"

 

Dr. Sheard konnten wir mit diesem Foto und den gewünschen Auskünften helfen: 

 

Wie wir von Dr. Sheard erfahren haben, hantierte der Besitzer der Boa mit einer Ratte, bevor ihn sein Tier
gebissen hatte 
 

Wie heißt es so schön: "Don´t smell like boa food" (rieche nie nach Boafutter)              

 

 

 

Zoologen der Uni Jena studieren die Verdauungsvorgänge

bei Riesenschlangen.

 

An der Universität Jena untersuchten Zoologen die Verdauungsvorgänge bei Riesenschlangen. Dazu wurden modernste medizinische Geräte, wie Ultraschall und Kernspintomographen verwendet. So konnten die Verdauungsvorgänge (Gott sei Dank) am lebenden Objekt untersucht werden.

Nach Angaben der Zoologen hat diese Fressforschung schon erstaunliche Ergebnisse geliefert:
Riesenschlangen verfügen über eine Art Turboverdauung, bei der sich ihre inneren Organe extrem ausdehnen. Der Stoffwechsel kommt höher auf Touren, als bei einem 100m Läufer.

Die Reptilien leisten bei der Nahrungsverarbeitung Schwerstarbeit. Erstaunlicherweise wird im Magen der Tiere zuerst nur der Kopf des Beutetieres weggeätzt. Erst anschließend wird der kopflose Körper aufgelöst. Innerhalb 2 Tagen verwandelt sich die Beute restlos in Futterbrei. Nach und nach fließt der Nahrungsbrei dann in den schlauchförmigen Darm. Innerhalb weniger Stunden schwillt der Verdauungsapparat dabei auf das dreifache seiner Normalgröße an. Auch das Gewicht des Verdauungsapparates nimmt drastisch zu. Nur so kann die plötzliche Nährstoffschwemme bewältigt werden.

Zum Verdauen eines ganzen Schweins braucht eine Würgeschlange wenig mehr als eine Woche. Schon während des Schlingaktes beginnen die Schlangen tiefer und heftiger zu atmen. Herz und Lunge laufen zur Hochform auf. Beim Verdauen einer größeren Beute verbrauchen die Schlangen 40 mal mehr Sauerstoff als im Ruhezustand. Ansonsten würden dies nur Rennpferde im Galopp für einige Minuten erreichen, die Riesenschlangen halten dies tagelang durch.

Diese Stoffwechselhöchstleistung führt dazu, dass nur die Hälfte der Kalorien die Energiespeicher erreicht. Der Rest wird schon während des Verdauungsprozesses verfeuert. Nun, die Tiere haben keine Wahl. Sie müssen so schnell verdauen. Die unzerkleinerten Beutetiere beginnen unmittelbar nach dem Verzehr von innen her zu verwesen, und erzeugen Gase die zu schmerzhaften Blähungen führen. Noch weit gefährlicher sind die entstehenden Leichengifte. Schon manche Riesenschlange hat sich an einem zu großen Beutetier zu Tode gefressen. Längere Futterpausen sind notwendig weil die Darmschleimhäute so stark strapaziert werden, dass es zum Teil Monate braucht, sie wieder zu regenerieren.

Wir danken Jürgen Kromer www.boa-constrictor.de für die Erlaubnis zur Veröffentlichung dieses Artikels.