Boa constrictor

 

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Update: Genetische Nachweismethode zur Reinrassigkeit

Mai 2010

Wie uns heute mitgeteilt wurde, sind die Forschungen eines österreichischen Studenten der Tiermedizin im Rahmen seiner Diplomarbeit hinsichtlich der genetischen Nachweismethode zur Reinrassigkeit von Boa constrictor auf der Zielgeraden angelangt.

Voraussichtlich gegen Ende dieses Jahres wird ein Verfahren zur Verfügung stehen, mit dem man anhand eines Stückchens abgestreifter Häutung nachweisen kann, ob es sich bei der betreffenden Boa constrictor, um ein reinrassiges Tier aus dem entsprechenden Herkunftsland handelt oder nicht.

Eine Forschungseinrichtung in Wien besitzt die technischen Voraussetzungen für solche Untersuchungen und wird sie auch zur Verfügung stellen. Die Kosten für so einen Nachweis stehen noch nicht fest, werden sich aber voraussichtlich im Rahmen zwischen 20 und 100 Euro bewegen.

Jeder hat dann die Möglichkeit nachzuprüfen, ob seine Boa auch das ist, als was sie ihm verkauft wurde. Ferner wird die Arbeit auch möglicherweise einen Aufschluss darüber geben, inwieweit die Ergebnisse des tschechischen Papers hinsichtlich des Artstatus´ von Boa c. imperator  zutreffend sind.

Wir werden weiterhin exklusiv über die Ergebnisse und Daten berichten.

 

Das Schicksal einer Brasilianischen Rotschwanzboa
 

April 2010

 

Zunächst einmal vielen Dank an unseren Freund und Kunden Sharon, dass er uns diese Fotos aus Brasilien zukommen hat lassen.

 

Leider haben diese Fotos einen traurigen Hintergrund:

Diese Boa c. constrictor war auf der Suche nach Ratten und Mäusen am Hafen von Manaus in eine Mülltonne gekrochen. Dort hat sie jemand, der mit Schlangen nichts am Hut hat aufgestöbert, aus der Mülltonne gezerrt und ihr mit einer Machete den Kopf abgeschlagen. Leider ist es auch in Brasilien so, dass viele Leute vor lauter Vorurteilen
nicht daran denken, dass Boa constrictor als Schädlingsbekämpfer tätig sind.

 

Boa c. constrictor Manaus/Brasilien

Die Schlange wurde aus der Mülltonne gezerrt und der Kopf abgeschlagen.

Boa c. constrictor Manaus/Brasilien

An der Boa sind noch die Spuren von Spaghettis zu sehen, die in der Mülltonne waren

Boa c. constrictor Manaus/Brasilien

Eine wirklich schöne Rotschwanzboa. Was für ein Jammer!

:o(((

 

Boa Biss

 

März 2010

Wir werden häufig von Einsteigern in die Schlangenhaltung gefragt, wie schlimm der Biss einer Boa constrictor ist.

Unsere Freundin Doreen hat Sa Sa, ihre
Boa c. sabogae NZ 08 gebeten,
für ein aufklärendes Foto einen
Biss anzubringen.

Wir danken Doreen, die inzwischen wieder aus der Intensivstation entlassen wurde *
und Sa Sa für ihre Bemühungen

 

 

                                 * Späßchen!

 

Neue Art "Boa imperator"?

 

Es ist ein bekanntes Sprichwort, dass jede Woche eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird. Das trifft auch bei Boa constrictor zu.

Da wir die größte Seite über unverfälschte Wildformen von Boa constrictor (so genannte „Reinrassige Boas“) im Internet betreiben und amtlich bestellte Sachverständige für Riesenschlangen sind, werden wir häufig nach unserer Meinung gefragt, was dieses oder jenes Boa constrictor - Thema betrifft.

Mal ist es ein völlig korrektes österreichisches Gerichtsgutachten über die „Reinrassigkeit einer Rotschwanzboa“, das auf einer Internetseite wissentlich (oder aus Ignoranz) falsch interpretiert wird, mal sind es neue Ansichten bezüglich der Haltung und Pflege, mal ist es eine neue Veröffentlichung, welche die taxonomische Einordnung von Boa constrictor betrifft (z. B. Artstatus für Boa c. nebulosa und Boa c. orophias).

Es wird von uns oft erwartet, dass wir zu jedem schöpferischen Erguss, der auf einer anderen Internetseite oder in einem Reptilienforum zu lesen steht, auf unserer Seite Stellung nehmen. Ehrlich gesagt, da hätten wir viel zu tun und diese Zeit wollen wir lieber unseren Tieren und Themen widmen, die Substanz haben.

An dieser Stelle wollen wir jedoch mal eine Ausnahme machen, weil sich die Anfragen häufen. Es geht um das vor einigen Monaten verbreitete Paper einiger tschechischer Autoren, die in ihrer Arbeit Boa c. imperator in den Artstatus erheben und Boa c. longicauda sowie Boa c. sabogae in diese neue Art „Boa imperator“ integrieren.

Es ist für uns nachvollziehbar, dass Internetseiten, die sonst wenig zu berichten haben und unsere allseits beliebten „Tempel der Weisheit“ (gemeint sind die Reptilienforen) sich wie hungrige Wölfe auf dieses Paper gestürzt haben, um diese „sensationelle Entwicklung“ möglichst als erste zu verbreiten. Da leidet natürlich die Kritikfähigkeit darunter.

Um es deutlich zu sagen: Wir sind Züchter und keine Taxonomen. Uns ist es vollkommen egal, ob wir unverfälschte Wildformen von Boa c. longicauda oder unverfälschte Wildformen von "Boa imperator" aus Tumbes/Peru züchten.

Weshalb haben wir dann unsere Seite nicht geändert? Ganz einfach: weil bei uneuphorischer Betrachtung dieses Paper einen dicken Pferdefuß hat, den jeder aufmerksame Laie, der des Englischen mächtig ist, sofort erkennt: Bei den meisten für diese Arbeit genetisch untersuchten Boa constrictor wurde die Herkunft nicht verifiziert.

 

(„The breeders vouched for the origin and purity of pedigree of the remaining 70 boas sampled, but we did not independently verify this information” )

(Die Züchter verbürgten sich für die Herkunft und die Reinheit der Abstammung der restlichen 70 Boas, aber wir haben diese Information nicht überprüft).

 

Das dürfte auch der Grund oder einer der Gründe gewesen sein, warum die Autoren ihr Paper im ZOOLOGICAL SCIENCE Journal  der Zoological Society of Japan veröffentlicht haben (oder sollen wir besser sagen: veröffentlichen mussten?).

Tschechen die in einem japanischen Journal veröffentlichen. Wie kommt das?

Damit sind wir beim impact factor. Bei den wissenschaftlichen Journalen gibt es ein Rating, den „impact factor“. Die wirklich wichtigen Publikationen erscheinen meist nur in den "high impact papers " wie "Nature" oder "Science". Von daher werden diese Wissenschaftsmagazine auch am meisten abboniert und gelesen.

Solche „high impact papers“ haben jedoch einen Nachteil: Sie bemühen sich in besonderem Maß um die Qualität der Publikationen, die sie veröffentlichen. Ist das Paper (oder das für die Arbeit verwendete Material) unzureichend, wird es abgelehnt, bzw. mehrmals zur Verbesserung zurückgegeben.

Im ersten Fall versucht dann der Autor, sein Paper bei einem Journal mit einem niedrigeren impact factor unterzubringen. Klappt es dort auch nicht, geht es im Rating immer weiter nach unten, bis sich schließlich ein Journal findet, das mangels angebotenem Material weniger kritisch hinsieht.

Jetzt ist der richtige Moment, sich die impact factors von Nature, Science und dem ZOOLOGICAL SCIENCE Journal der Zoological Society of Japan anzusehen:


Impact factor Nature:
31.210

 Impact factor Science: 30.268

 Impact factor ZOOLOGICAL SCIENCE (Japan): 1.100

Tja….

Für eine solche wissenschaftliche Arbeit sollte man halt Proben von Tieren möglichst im Verbreitungsgebiet nehmen. Und wenn das nicht geht, von Tieren deren Abstammung sich zurückverfolgen und verifizieren lässt. Das ist hier nicht geschehen.

Im übrigen wagen wir zu bezweifeln, dass sich die Autoren für die korrekte Abstammung der untersuchten Tiere die Hand abhacken lassen würden :o)

Unser Fazit: Ob die Ergebnisse der Autoren richtig oder falsch sind, können wir nicht beurteilen, da wir weder studierte Biologen noch Zoologen sind. Aber wir sind sicher, dass dieses Paper aus den oben genannten Gründen an der bestehenden Taxonomie hinsichtlich Boa constrictor nichts ändern wird. Da muss schon eine andere wissenschaftliche Arbeit her.

Erfreulich ist, dass wir es uns sparen können, diesen Bericht ins Englische zu übersetzen, weil das Paper, von dem hier die Rede ist im englischsprachigen Internet bisher nicht zur Kenntnis genommen wurde.

 

 

Markt für Königspython - Farbmorphen auf Talfahrt

Oktober 2009

 

"Ich ziehe jetzt meinen Kopf noch rechtzeitig aus der Schlinge und gehe wieder in meinen alten Beruf zurück"

 ... vertraute uns Mitte September 2009 ein bekannter Händler von Farbkönigspythons, dessen Namen wir hier nicht nennen wollen, an. Er ist übrigens nicht der erste der aussteigt.

Es gibt mehrere Gründe für die beginnende Krise in dem bis vor geraumer Zeit noch florierenden Markt für "Königspython Farb-Morphen". Einer davon sind die großen amerikanischen Züchter, die mit Riesenmengen und Dumpingpreisen von bis zu 50% Abschlag auf den europäischen Markt drängen.

Der Absatz dieser Tiere in den USA ist wegen der Wirtschaftskrise und der Überproduktion, sowie der immer strengeren gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der Haltung von Riesenschlangen dort auf steiler Talfahrt.

Vor einigen Jahren begann sich bei den Züchtern in den USA herumzusprechen, dass man in Europa, insbesondere auf den Börsen in Hamm und Houten noch tüchtig verdienen kann. Nicht hinderlich dabei ist auch, dass man bei der Einfuhr sündteure "Farb-Morphen Köpys" als normalpreisige Feld-Wald- und Wiesenköpys für ein paar Euro deklariert kann, um tüchtig Einfuhrumsatzsteuer zu sparen. Die Zöllner kennen ja die Preise nicht...

Natürlich ist die Produktion dieser Züchter für den US - amerikanischen Markt ausgelegt. Dort werden in Lagerhallen 1200 Tiere und mehr gehalten, die entsprechend Eier produzieren. Und mit diesen Schlüpflingen wird nun der europäische, insbesondere der deutsche Markt förmlich überschwemmt. Wie zu hören ist, hat einer der ganz Großen sogar ein Anwesen in den Niederlanden erworben, um gegebenenfalls gleich "rüberzumachen". 

Inzwischen kommt der naivste Konsument ins Grübeln, weil der Köpy, den er vor zwei Jahren um 3.500 Euro erworben hat mittlerweile weniger als einen Tausender kostet, Tendenz fallend...

Warum sprechen wir hier von Markt, von Preisen und von Produktion, wo es doch um Hobby und Tiere geht? Ganz einfach: Weil eine große Anzahl der Käufer beim Erwerb wirtschaftliche Aspekte im Hinterkopf hat. Nach dem Motto: Wenn ich mir ein Pärchen Farb-Köpy Babys für 3000 Euro pro Exemplar kaufe und mit denen in einigen Jahren züchte, werde ich reich (5 Eier mal 3000 Euro macht 15.000 Euro).

Tja.... eine Milchmädchenrechnung, nicht zuletzt auch deswegen, weil die heute brandaktuellste Farbform in 3 - 4 Jahren längst ein alter Hut ist und nur noch einen Bruchteil dessen kostet, was der Käufer damals für die Eltern bezahlt hat (wenn sie überhaupt noch absetzbar sind).

Auch haben die Käufer inzwischen die Masche mancher Designer - Köpy Züchter durchschaut, die ein Insider  (er gehört zu den Guten, die so etwas nicht machen) wie folgt kommentierte:

"Man nehme einen Köpy, der kaum anders aussieht als ein normaler, verpasse ihm einen besonderen Namen und addiere eine Null zum bisherigen Preis."

Wir sind wirklich heilfroh, dass die unverfälschten Wildformen von Boa constrictor in der Zuchtszene in den USA eher ein Schattendasein führen und dass bei diesen Tieren der züchterischen Manipulation enge Grenzen gesetzt sind,  so dass wir derartige Auswüchse nicht befürchten müssen.

Wir freuen uns ferner darüber, dass in letzter Zeit immer mehr frühere Farb-Köpy Halter die Zeichen der Zeit erkannt haben und ins Lager der unverfälschten Wildformen von Boa constrictor wechseln. Dies beweisen die immer häufigeren Anrufe von Farbköpy Haltern bei uns, in denen der Preisverfall bei Farbmorphen beklagt und Interesse an reinrassigen Boas bekundet wird.

Abschließend sei noch erwähnt, dass es bei Farbmorphen von Boa constrictor genauso zugeht wie bei den Farbköpys und der Markt hier einen ähnlichen Verlauf nimmt. 

 

 

Nun ist es soweit:
 

Es war klar, dass die gezielte Züchtung von genetischen Krüppeln ("Designerboas") irgendwann in eine Sackgasse
führen wird. Nun ist der erste Dominostein gefallen, andere werden folgen. Olaf Schal, einer der bekanntesten
"Morph-Züchter" Deutschlands, den wir auch sehr schätzen, hatte seinem Frust über die "Designerboa Szene" in
einer ausführlichen Stellungnahme auf seiner Seite freien Lauf gelassen. Von genetischen Schäden war die Rede, einäugigen Albinos, von IBD und den Zuständen in den USA.

 

Inzwischen hat Olaf Schal 200 "Morphs" weggeben und nur einige wenige Tiere auf Drängen seiner Frau behalten.

Es lässt sich erahnen, wie groß der Frust bei Olaf gewesen sein muss...

 

 

 

 

Ausgesetzte Boa constrictor und ihr Schicksal

Juli 2009

 

photo: Jim Collurak

 

Diese Boa constrictor wurde auf einer Straße in  Union County - North Carolina/U.S. überfahren.

Der Besitzer wollte sie offensichtlich loswerden und warf sie aus dem Auto. 

Es ist unnötig zu erwähnen, dass die arme Boa keine Chance hatte.

Was für eine Schande, dass dieses schöne Tier so einen Vollidioten zum Besitzer hatte.

Wir können nur hoffen, dass er eines Tages für seine Tat bezahlen wird. 

Das Foto wurde uns freundlicherweise von Jim Collurak, der das Tier gefunden hat, zur Verfügung gestellt. 

 

Genetische Nachweismethode zur Reinrassigkeit

Es gibt gute Nachrichten für die immer weiter wachsende Zahl von Boa constrictor Liebhabern, die sicher gehen möchten, eine unverfälschte Wildform ("reinrassige Boa constrictor") zu erwerben.

Ein österreichischer Student der Tiermedizin wird sich im Rahmen seiner Diplomarbeit diesem Thema widmen. Ziel seiner Arbeit ist es, die genetischen Unterschiede der Unterarten der Abgottschlangen und ihrer Regionalformen nachzuweisen. Nach Abschluss seiner Arbeit wird es möglich sein, Nachweise für die meisten Boa constrictor zu erbringen, ob es sich tatsächlich um eine unverfälschte Wildform handelt oder nicht.

An seinem Studienplatz bestehen die entsprechenden technischen Voraussetzungen für derartige Forschungen. Er hat uns um Unterstützung gebeten, die wir ihm natürlich gerne gewähren. Wir werden die Besucher unserer Seite an dieser Stelle über den Fortgang der Arbeit auf dem Laufenden halten und auch die Ergebnisse veröffentlichen dürfen.

Wenn alles klappt, brechen bald schlechte Zeiten für die "Reinrassigkeitsschwindler" an!

 

Albino Boa X Het für Albino = 50% Albinos + 50% Hets?

 

Gemäß den mendelschen Regeln der Vererbungslehre sollten im Falle einer erfolgreichen Verpaarung einer weiblichen amelanistischen Boa constrictor ("Albinoboa") mit einem für Amelanismus spalterbigen Boa constrictor Männchen ("Het für Albino") 50% der Jungen amelanistisch ("Albinos") sein und die anderen 50% spalterbig (heterozygot) für Amelanismus ("Het für Albino").

So wie es aussieht, wird jedoch die Vererbungslehre von dem "Albinogen" ausgehebelt!

Hier zwei drastische Beispiele aus der Praxis von zwei verschiedenen Züchtern. Verpaart wurde jeweils ein "Het" Männchen mit einem "Albino" Weibchen.

 

Nachzuchtergebnis 2004: 26 wildfarbene (heterozygote) Babys, 1 Albinobaby (Totgeburt), 3 Wachseier

Nachzuchtergebnis 2007: 18 wildfarbene (heterozygote) Babys, 0 Albinobabys

 

Diese beiden Beispiele sind zugegebenermaßen gravierendsten Fälle, aber die meisten uns bekannt gewordenen Zuchtergebnisse liegen auch weit unter dem, was eigentlich herauskommen müsste. Warum ist das so?

Dazu Herr Dr. Wolfgang Heuberger, Tierarzt für Reptilienkrankheiten:

Bei den "Albinoboas" kommt es in der Entwicklung der Jungtiere häufig zu Entwicklungsstörungen, auch mit Fruchttod, da an das "Albinogen" oft andere Mutationen gekoppelt sind, die sich oft zum Nachteil des Embryos auswirken. Deshalb wurde im alten Schrifttum auch das Wort Letalgen verwendet. Es sind überdurchschnittlich viele Totgeburten, "Wachseier" und verkrüppelte Junge bekannt geworden und auch belegt.

 

Zudem kommt es unserer Erfahrung nach recht häufig vor, dass Albinokeimlinge oft schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt absterben und von einem gesunden Weibchen vollständig resorbiert werden können, so dass es auch nicht zur Ablage von Wachseiern oder toten Jungschlangen kommen muss. 



Es bleibt abzuwarten, ob bei den anderen Farb- und Designerboas (bzw. ebensolchen Königspythons) ähnliche Probleme auftreten. Gewiss ist, dass solche Ergebnisse von den entsprechenden Züchtern aus Eigeninteresse nicht an die große Glocke gehängt werden und sich diese Informationen daher nur sehr spärlich verbreiten. 

 

 

Wir haben diesen Bericht auch im Boa Forum von kingsnake.com, eines der weltweit bekanntesten Foren für Boa constrictor (gesponsort von "Farbzüchtern") veröffentlicht.

Obwohl der Bericht sachlich abgefasst ist, wurde er innerhalb weniger Stunden gelöscht. Ein zweiter Versuch brachte das selbe Resultat!

Das zeigt, wie besorgt die "Farbzüchter" sind, dass sich die im Bericht
enthaltenen Informationen herumsprechen könnte
n.

 

 

Ein mahnendes Beispiel...

 

Wer trotz aller Aufklärung in unseren Büchern und bei anderen kompetenten Züchtern und Händlern immer noch der Meinung ist, es wäre eine gute Idee, eine lebende Futterratte über Nacht zur Boa
ins Terrarium zu sperren, der möge sich diese Fotos ansehen.

Die Aufnahmen wurden uns von Frau Anita Preisser zur Verfügung gestellt. Sie ist
Zoofachverkäuferin und wurde von einer jungen Frau, der Besitzerin des Tieres,
um Rat gebeten.

 

Diese Übersichtsaufnahme zeigt die zahlreichen Stellen, an der die
Futterratte die Boa angenagt hat.

Es ist deutlich erkennbar, wie tief
die Wunden reichen

Wie auch Fälle von Verbrennungen zeigen, scheinen Riesenschlangen an der Körperoberfläche nur ein sehr geringes Schmerzempfinden
zu haben.

Boas mit einem sehr geringen Aggressionspotential lassen das Futtertier trotz Störung und Aufdringlichkeit in Ruhe, wenn sie keinen Hunger haben. So kann die Futterratte in aller Ruhe den Spieß umdrehen...

 

Es ist zweifelhaft, ob das Tier das überleben wird. Die Gefahr einer schweren Infektion und der langwierige Heilungsprozess bei so großen Wunden sprechen eher dagegen.

 

Deshalb:

Niemals ein lebendes Futtertier unbeaufsichtigt bei
einer Riesenschlange im Terrarium lassen!

 

 

Neues von der Börse in Hamm

 

Hier ein Email, das wir am 13.09.04 erhalten haben: 

 

Hallo

 Ich habe mal eine frage an Sie. Oder besser gesagt, brauche ich Tipps bei einer Boa c.c.

Ich habe mir am Samstag in Hamm auf der Börse eine Boa c.c. DNZ 07/04 gekauft. Habe sie dann zuhause in ein extra Terrarium gesetzt und erst mal in ruhe gelassen. Heute habe ich dann bemerkt, dass sie irgendwie komisch ist. Sie geht an der Scheibe mit dem Kopf hoch und dann als wenn sie keine Kontrolle über Ihren Körper hat, lässt sie sich so komisch nach hinten fallen. Beim kriechen sieht es so aus, als wenn sie ein bisschen schief wäre oder ist.

Wenn ich sie in der Hand habe, bewegt sie sich ganz komisch, auch wieder als ob sie keine Kontrolle hat. Ans fressen geht sie auch nicht dran.

 Habe keinerlei Chemie (vorsorge gegen Milben oder sonstiges) angewendet. Habe mit dem Verkäufer (Züchter) telefoniert, der meinte dass es dann nur eine Vergiftungserscheinung sein kann. Wenn dies so ist, was kann oder darf ich ihr dann geben? Das Terrarium in dem sie ist, ist aus OSB gebaut das ich mit Ponal Super 3 versiegelt habe. Das Silikon das ich verwendet habe, ist Aquariumsilikon. Als Bodengrung habe ich feine Buchenstreu.

 Wovon sollte dann also eine Vergiftung meinerseits sein?

 Ich hoffe sehr, dass Sie mir da weiterhelfen können.

 Gruß

S.

 

... in allen unseren Büchern warnen wir davor, auf einer Börse ein Tier zu kaufen. Auf unserer Internetseite wettern wir gegen die Börsen. Allmählich fragen wir uns, was wir sonst noch alles tun sollen, damit uns auch der letzte glaubt, dass man auf einer Börse kein Tier kauft.

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Boa constrictor zählt normalerweise nicht zu den Riesenschlangen, die ihre Artgenossen verspeist. Das so etwas trotzdem in
seltenen Fällen vorkommen kann, beweist diese Fotoserie, die uns Markus Bär zur Verfügung gestellt hat.

Es handelt sich dabei um eine Boa c. imperator aus dem Verbreitungsgebiet El Salvador, die zusammen mit einem
Königspython annähernd der selben Größe in einem Terrarium gehalten wurde.

Die Boa hat den Köpy gefressen und (womit aufgrund der Größe zu rechnen war) ein paar Tage später wieder ausgewürgt.

Wir gehen davon aus, dass die Boa aus irgend einem Grund nach dem Köpy schnappte (vielleicht war sie gerade auf
Lauerstellung und der Köpy machte eine schnelle, unvorsichtige Bewegung). Beim Zuschnappen wurde
dann eine Reaktionskette in Gang gesetzt, deren Ablauf sich verselbständigte und die Boa
zum Verspeisen des Köpys veranlasste.

Wir möchten betonen, dass andere Riesenschlangen oder Artgenossen normalerweise nicht in das Beutemuster von
Boa constrictor passen.  Hier handelt es sich um sicherlich um eine seltene Ausnahme. Sie brauchen also normalerweise keine
Angst zu haben, wenn Sie Ihre Boa constrictor vergesellschaften.

Wir bedanken uns bei Markus Bär, dass er uns die Fotos exklusiv zur Verfügung gestellt hat.

Wie alle Fotos auf unserer Seite, unterliegen sie dem Urheberrecht und dürfen nicht kopiert und
anderweitig verwendet werden.

 

Die El Salvador Boa, nachdem sie den
Köpy verspeist hat.

Der im Magen der Boa zusammengefaltete
Köpy ist deutlich zu erkennen.

Hier die Draufsicht

Der Köpy wurde ausgewürgt

Die Magensäure der Boa hatte schon begonnen, den Kopf des Köpys aufzulösen

 

 

 

Boa Markt in Deutschland entwickelt sich

immer mehr zur Crime -Scene

Wie wir bereits auf unserer Seite "Mischlingsboas" hingewiesen haben, hat inzwischen sogar der dümmste Züchter von Boa constrictor gemerkt, dass Mischlingsboas nicht mehr an den Mann/die Frau zu bringen sind.

Die Folge davon ist, dass alle Mischlingsboas wie durch ein Wunder über Nacht in der Versenkung verschwunden sind und mittlerweile nur noch "reinrassige Boas" angeboten werden. Dass adulte Mischlingsboas kurzerhand zu Wildfängen erklärt werden, um deren Junge vermarkten zu können, ist beinahe schon gängige Praxis. In so einem Fall soll man nicht nur die Einfuhrpapiere verlangen, sondern auch mit dem Vorbesitzer der Tiere sprechen um herauszubekommen, ob die Papiere zu den angeblichen Wildfängen passen.

Dass die potentiellen Käufer hier oft angelogen werden dass sich die Balken biegen (was die Herkunft der Tiere und die Reinrassigkeit betrifft) hat sich allerdings inzwischen sogar bei den gutgläubigsten Boa Interessenten herumgesprochen.

Eine neue Entwicklung ist aber, dass zum Betrug auch noch die Urkundenfälschung hinzukommt. Dieses Foto einer gefälschten Cites - Bescheinigung erhielten wir von einem Schlangenhalter aus Österreich, der in Deutschland ein Pärchen Mischlingsboas kaufte, die ihm als "Corn Island Boas" angeboten worden waren.

Als Verkaufsargument wurde hier der Spitzenreiter in den Betrugslegenden verwendet: "Die Tiere wurden aus dem Verbreitungsgebiet nach Deutschland geschmuggelt und vom Zoll beschlagnahmt. Daher sind sie reinrassig. Ich habe sie von den Zollbeamten bekommen und verkaufe sie nun."

Diese Story ist nicht neu, wir haben schon oft gehört dass mit dieser Masche die Leute übers Ohr gehauen wurden. Neu ist hier, dass dieses mal die Betrugsstory sogar mit einer gefälschten Cites - Bescheinigung untermauert wurde:

 

     .... übrigens kann der Zoll genauso wenig eine
Cites - Bescheinigung ausstellen wie
das Landwirtschaftsministerium
einen Reisepass.

   Insofern ist diese Fälschung an Dummheit
nicht mehr zu überbieten.

    

.... und hier ist das Original, aus dem die
Fälschung hergestellt wurde
*

(beachten Sie die identische Unterschrift und die identische Form der Kreuze in den Kästchen)

* Wir haben jetzt erfahren, dass es sich bei der unteren Cites - Bescheinigung ebenfalls um eine Fälschung handelt. Dieses Dokument ist bei der entsprechenden Behörde überhaupt nicht ausgestellt worden.

Es ist also so, dass aus einer ohnehin schon gefälschten Cites - Bescheinigung erneut eine Fälschung hergestellt wurde (von einer anderen Person als bei der ersten Fälschung). Soviel zum Thema Ehrlichkeit beim Verkauf von Boas und Verlässlichkeit von Cites - Bescheinigungen ...

 

... bleibt noch zu erwähnen dass die Ermittlungen der Behörden schon im Gange sind.

PS: Der Name des betrügerischen Verkäufers wurde uns nicht mitgeteilt. Anfragen sind also zwecklos.


...  Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass es gängige Praxis in Deutschland ist, Mischlinge als reinrassige Boas zu verkaufen.

Wir wurden kürzlich wieder mit so einem Fall konfrontiert als uns eine Bekannte einen Wurf Hog Island Boas zum Kauf anbot. Bei unseren Recherchen stellte sich heraus, dass sie beim Erwerb der Eltern über´s Ohr gehauen worden war. Man hatte ihr Hog Island/Amarali Mischlinge als reinrassige Hog Island Boas verkauft.

Das Email unserer Bekannten veröffentlichen wir mit ihrem Einverständnis um zu zeigen, dass das Misstrauen beim Boa Kauf gar nicht groß genug sein kann, was die Reinrassigkeit betrifft.

"Ich möchte mich herzlich bei Ihnen bedanken, denn Sie waren es, der den
Irrtum aufgedeckt hat. Allenfalls halten Sie mich jetzt für dumm. Das ist
gemessen an dem Ärger, den die Folgen eingebracht hätten, wenn ich die Tiere
naiv als Hog Islands verkauft hätte und sicherlich auch weiter gezüchtet
hätte, eigentlich zu verschmerzen.

Ich versuche die Tiere jetzt eben als Mischlinge günstiger zu verkaufen und
hoffe auf dennoch verständige Käufer.
Ein 1.0 kommt bereits in wirklich gute Hände. Hoffentlich geht es den
anderen Tieren auch so.
Außerdem mache ich mir natürlich aller größte Vorwürfe, nicht wie Sie
intensiver nachgeforscht zu haben.
Eigentlich darf man einfach nicht vertrauen, sondern muss sich
ausschließlich an Fakten halten, die eben oft sehr mühsehlig zu erfahren
sind.

Für meine anderen Tiere überprüfe ich gerade die Hintergründe sehr genau.
Aus Fehlern lernt man eben.
Herrn *******  habe ich übrigens telefonisch bis heute nicht erreicht und
ihm daher geschrieben. Bin auf die Reaktion gespannt, verspreche mir aber
nicht all zu viel.

Also nochmals vielen Dank und viel Erfolg für Sie!

Gruß
*********

 

 

Boa constrictor - Nutzung durch den Menschen

 

Boa constrictor repräsentiert eine der am meisten ausgebeuteten Reptilienarten.  Dodd (1986, 1987) berichtet über den legalen Import von Schlangen in die USA: 

Danach wurden von 1977 bis 1983 über 113000 lebende Boa constrictor in die USA importiert. Damit ist beinahe jede zweite der vom Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geschützten Schlangen, die in die USA importiert wurden, eine Boa constrictor.  

Der Import von lebenden Boas verminderte sich von 1979 bis 1983 um 97 Prozent (!),  als immer mehr Tiere für die Produktion von Lederwaren (Gürtel, Stiefel, Brieftaschen usw.)  benutzt wurden.

1983 wurden 6572 Boa-Häute, 1714 große Lederartikel wie Aktentaschen und 165843 kleine Lederartikel wie z. B. Schuhe in die USA verbracht.  

Die einzige Riesenschlange, die noch mehr zur Ledergewinnung herangezogen wurde, war der Netzpython (Python reticulatus).  Obwohl Otero de la Espriella (1978) von einem Zuchtprojekt für Boas in Kolumbien berichtet, entstammt der Großteil der Importe aus der natürlichen Population deren gegenwärtiger Status vollkommen unbekannt ist.

 

Diesen Bericht hat uns freundlicherweise C.R. Smith, http://crinaustin.home.att.net zur Verfügung gestellt.
 

 

Einige Fotos von der National Breeders Expo 2002

in Daytona Beach/Florida

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Die Fotos wurden von unserem Freund Joachim Layer, www.big-snake.de gemacht

 

 

 

 

Vorsicht vor Bissverletzungen

im Augenbereich!

 

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Wir haben in unseren Büchern immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, eine Schutzbrille zu tragen, wenn man seine Boa (und auch alle anderen Riesenschlangen) handhabt. 

Diese Email erhielten wir am 20.02.2001:

 

"Hallo,

Ich bin Augenarzt und habe kürzlich einen Patienten behandelt, der von seiner Haustier Boa constrictor angegriffen wurde. Die Schlange biss nach dem Gesicht meines Patienten und erwischte mit ihren Fängen Wange und Augapfel. Nur mit Schwierigkeiten konnte er sich befreien. Er trug eine ernste Augenverletzung davon, aber glücklicherweise konnten wir mit einer Operation sein Augenlicht erhalten. Da dies offenkundig eine unübliche Art ist verletzt zu werden, habe ich vor, einen Artikel darüber zu schreiben und in einem Medizinjournal zu veröffentlichen. 

Ich schreibe Ihnen, um einige Fragen über das Verhalten der Schlange zu stellen. Ist das ein ungewöhnliches Verhalten oder schlagen Boas oft nach der Beute, bevor sie sie zu Tode drücken? Sind alle Boas ungiftig? Schließlich wäre ich noch sehr dankbar, wenn Sie eine Nahaufnahme vom geöffneten Maul einer Boa hätten, um die Fänge darzustellen. Natürlich würde ich Ihre Mitarbeit und die Quelle des Fotos in meinem Bericht erwähnen. 


Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Richard Sheard
Specialist Registrar, Ophthalmology
Southend General Hospital
Leigh on Sea
Essex, UK"

 

Dr. Sheard konnten wir mit diesem Foto und den gewünschen Auskünften helfen: 

 

Wie wir von Dr. Sheard erfahren haben, hantierte der Besitzer der Boa mit einer Ratte, bevor ihn sein Tier
gebissen hatte 
 

Wie heißt es so schön: "Don´t smell like boa food" (rieche nie nach Boafutter)              

 

 

 

Zoologen der Uni Jena studieren die Verdauungsvorgänge

bei Riesenschlangen.

 

An der Universität Jena untersuchten Zoologen die Verdauungsvorgänge bei Riesenschlangen. Dazu wurden modernste medizinische Geräte, wie Ultraschall und Kernspintomographen verwendet. So konnten die Verdauungsvorgänge (Gott sei Dank) am lebenden Objekt untersucht werden.

Nach Angaben der Zoologen hat diese Fressforschung schon erstaunliche Ergebnisse geliefert:
Riesenschlangen verfügen über eine Art Turboverdauung, bei der sich ihre inneren Organe extrem ausdehnen. Der Stoffwechsel kommt höher auf Touren, als bei einem 100m Läufer.

Die Reptilien leisten bei der Nahrungsverarbeitung Schwerstarbeit. Erstaunlicherweise wird im Magen der Tiere zuerst nur der Kopf des Beutetieres weggeätzt. Erst anschließend wird der kopflose Körper aufgelöst. Innerhalb 2 Tagen verwandelt sich die Beute restlos in Futterbrei. Nach und nach fließt der Nahrungsbrei dann in den schlauchförmigen Darm. Innerhalb weniger Stunden schwillt der Verdauungsapparat dabei auf das dreifache seiner Normalgröße an. Auch das Gewicht des Verdauungsapparates nimmt drastisch zu. Nur so kann die plötzliche Nährstoffschwemme bewältigt werden.

Zum Verdauen eines ganzen Schweins braucht eine Würgeschlange wenig mehr als eine Woche. Schon während des Schlingaktes beginnen die Schlangen tiefer und heftiger zu atmen. Herz und Lunge laufen zur Hochform auf. Beim Verdauen einer größeren Beute verbrauchen die Schlangen 40 mal mehr Sauerstoff als im Ruhezustand. Ansonsten würden dies nur Rennpferde im Galopp für einige Minuten erreichen, die Riesenschlangen halten dies tagelang durch.

Diese Stoffwechselhöchstleistung führt dazu, dass nur die Hälfte der Kalorien die Energiespeicher erreicht. Der Rest wird schon während des Verdauungsprozesses verfeuert. Nun, die Tiere haben keine Wahl. Sie müssen so schnell verdauen. Die unzerkleinerten Beutetiere beginnen unmittelbar nach dem Verzehr von innen her zu verwesen, und erzeugen Gase die zu schmerzhaften Blähungen führen. Noch weit gefährlicher sind die entstehenden Leichengifte. Schon manche Riesenschlange hat sich an einem zu großen Beutetier zu Tode gefressen. Längere Futterpausen sind notwendig weil die Darmschleimhäute so stark strapaziert werden, dass es zum Teil Monate braucht, sie wieder zu regenerieren.

Wir danken Jürgen Kromer www.boa-constrictor.de für die Erlaubnis zur Veröffentlichung dieses Artikels.